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Treibhausgasbilanzierung der Universität Hohenheim

Eine wesentliche Herausforderung global wie lokal ist es, klimarelevante Emissionen zu senken. Eine umfassende und regelmäßige Treibhausgasbilanzierung ermöglicht uns, unsere Emissionen dauerhaft im Blick zu behalten und Einsparungen gezielt voranzutreiben.

Foto: Eine große Anzahl von Solarpaneelen ist auf einem begrünten Dach installiert. Im Hintergrund sind Bäume und Gebäude sichtbar, die einen klaren Himmel umrahmen.

Unsere Treibhausgasbilanz für 2024 erscheint in Kürze

Bereits 2019 zählte die Universität Hohenheim zu den ersten Hochschulen, die eine eigene Treibhausgasbilanz vorlegten. Seither haben wir unsere Emissionen um rund 18,8% reduziert, was insbesondere auf einen Verringerten Wärmeverbrauch zurückzuführen ist. Aktuell arbeiten wir an der Erstellung unserer THG-Bilanz für das Berichtsjahr 2024.

Treibhausgasbilanz fürs Jahr 2023 (publiziert 2025)

Die gesamten THG-Emissionen der Universität Hohenheim für das Jahr 2023 belaufen sich auf circa 22.199 Tonnen CO2-Äquivalente (t CO2e) (Variante 1 mit Verrechnung des Ökostroms – marktbasiert.)

Minderung von 18,8% gegenüber 2019 insbesondere aufgrund eines verringerten Wärmeverbrauchs.

THG-Emissionen der Universität Hohenheim 2023 im marktbasierten Ansatz. Im ortsbasierten Ansatz wurden unter Berücksichtigung des realen deutschen Strommixes 6.508t CO2e Scope2-Emissionen mehr berechnet (bei insgesamt 29.528t CO2e).

Die Bilanzierung für das Jahr 2023 erfolgt gemäß des ersten Entwurfs der „Richtlinie zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen der Hochschulen in Baden-Württemberg“ (Stand: Dezember 2024) in Anlehnung an den internationalen Bilanzierungsstandard „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG- Protokol). Dazu wurde das bestehende Bilanzierungstool der Universität Hohenheim aktualisiert und die Emissionsfaktoren des Bilanzierungstools für Hochschulen und Universitäten des Landes Baden-Württemberg (BICO2–LandBW) angewendet.

Treibhausgasbilanz fürs Jahr 2019 (publiziert 2023)

Herausforderung Klimaneutralität

Wir unterstützen das Ziel einer netto-treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis 2030. Durch die Mitwirkung der Universität Hohenheim in der landesweiten Arbeitsgruppe zur Treibhausgasbilanzierung an Landeshochschulen haben wir die Bemühungen des Wissenschaftsministeriums unterstützt, einheitliche und praktikable Regelungen zu schaffen.

Unsere eigenen Bilanzen machen aber auch deutlich, dass trotz aller Fortschritte im Bereich der Emissionsreduktion, aufgrund der besonderen Anforderungen des landwirtschaftlichen Forschungsbetriebs, etwa durch die Tierhaltung, bestimmte Emissionen (Prozessemissionen gemäß Scope 1.4 des GHG-Protokolls) nicht vollständig vermieden werden können. Als Universität mit einem agrarwissenschaftlichen Schwerpunkt müssen wir daher der Tatsache ins Auge sehen, dass wir eine faktische Klimaneutralität nicht erreichen können - in beiden Bereichen bleibt daher nur die Kompensation, um eine rechnerische Klimaneutralität zu erreichen. Perspektivisch könnte diese auch durch innovative Ansätze wie die Anrechnung der potentiellen CO2-Fixierung durch bestimmte landwirtschaftliche Nutzungen wie Agroforst-Systeme ergänzt werden. Wir sind überzeugt, dass der gesamtgesellschaftliche Nutzen aus unserer Forschung, der auch dazu beiträgt, Emissionen zu vermeiden und Ressourcen zu sparen, diese nicht vermeidbaren Emissionen rechtfertigt.

Ebenso stellen indirekte Emissionen (Scope 3), also indirekte Emissionen entlang vor- und nachgelagerter Wertschöpfungsketten (z. B. durch Dienstreisen und Pendel­verhalten), eine besondere Herausforderung dar. Unser Dilemma: Deren vollständige Vermeidung ist nur sehr schwer bzw. teilweise nicht möglich, da unter anderem eine starke Abhängigkeit von bestimmten Rahmenbedingungen besteht, auf die wir nur bedingt Einfluss ausüben. Beispielsweise wäre eine exzellente Anbindung mit dem ÖPNV an den Campus für die weitere Senkung von Emissionen im Pendelverhalten unabdingbar. Dazu kommt, dass aufgrund der digitalen Transformation trotz aller Bemühungen zu Effizienz die Energieverbräuche aller Voraussicht nach absolut steigen werden. Unser Fokus liegt daher auf der größtmöglichen Reduktion aller vermeidbaren Emissionen, der Förderung erneuerbarer Energien sowie dem Aufbau resilienter Infrastrukturen und Prozesse.