Wir unterstützen das Ziel einer netto-treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis 2030. Durch die Mitwirkung der Universität Hohenheim in der landesweiten Arbeitsgruppe zur Treibhausgasbilanzierung an Landeshochschulen haben wir die Bemühungen des Wissenschaftsministeriums unterstützt, einheitliche und praktikable Regelungen zu schaffen.
Unsere eigenen Bilanzen machen aber auch deutlich, dass trotz aller Fortschritte im Bereich der Emissionsreduktion, aufgrund der besonderen Anforderungen des landwirtschaftlichen Forschungsbetriebs, etwa durch die Tierhaltung, bestimmte Emissionen (Prozessemissionen gemäß Scope 1.4 des GHG-Protokolls) nicht vollständig vermieden werden können. Als Universität mit einem agrarwissenschaftlichen Schwerpunkt müssen wir daher der Tatsache ins Auge sehen, dass wir eine faktische Klimaneutralität nicht erreichen können - in beiden Bereichen bleibt daher nur die Kompensation, um eine rechnerische Klimaneutralität zu erreichen. Perspektivisch könnte diese auch durch innovative Ansätze wie die Anrechnung der potentiellen CO2-Fixierung durch bestimmte landwirtschaftliche Nutzungen wie Agroforst-Systeme ergänzt werden. Wir sind überzeugt, dass der gesamtgesellschaftliche Nutzen aus unserer Forschung, der auch dazu beiträgt, Emissionen zu vermeiden und Ressourcen zu sparen, diese nicht vermeidbaren Emissionen rechtfertigt.
Ebenso stellen indirekte Emissionen (Scope 3), also indirekte Emissionen entlang vor- und nachgelagerter Wertschöpfungsketten (z. B. durch Dienstreisen und Pendelverhalten), eine besondere Herausforderung dar. Unser Dilemma: Deren vollständige Vermeidung ist nur sehr schwer bzw. teilweise nicht möglich, da unter anderem eine starke Abhängigkeit von bestimmten Rahmenbedingungen besteht, auf die wir nur bedingt Einfluss ausüben. Beispielsweise wäre eine exzellente Anbindung mit dem ÖPNV an den Campus für die weitere Senkung von Emissionen im Pendelverhalten unabdingbar. Dazu kommt, dass aufgrund der digitalen Transformation trotz aller Bemühungen zu Effizienz die Energieverbräuche aller Voraussicht nach absolut steigen werden. Unser Fokus liegt daher auf der größtmöglichen Reduktion aller vermeidbaren Emissionen, der Förderung erneuerbarer Energien sowie dem Aufbau resilienter Infrastrukturen und Prozesse.