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Treibhausgasbilanzierung der Universität Hohenheim

Eine wesentliche Herausforderung global wie lokal ist es, klimarelevante Emissionen zu senken. Eine umfassende und regelmäßige Treibhausgasbilanzierung ermöglicht uns, unsere Emissionen dauerhaft im Blick zu behalten und Einsparungen gezielt voranzutreiben. Bereits 2019 zählte die Universität Hohenheim zu den ersten Hochschulen, die eine eigene Treibhausgasbilanz vorlegten. Inzwischen liegen THG-Bilanzen für die Berichtsjahre 2019, 2023 und 2024 vor.

Foto: Eine große Anzahl von Solarpaneelen ist auf einem begrünten Dach installiert. Im Hintergrund sind Bäume und Gebäude sichtbar, die einen klaren Himmel umrahmen.

Treibhausgasbilanz fürs Jahr 2024 (publiziert 2026)

Die gesamten THG-Emissionen der Uni­versi­tät Hohen­heim für das Jahr 2024 belaufen sich auf circa 20.334 Tonnen CO2-Äquivalente (t CO2e) (Variante 1 mit Verrechnung des Ökostroms – marktbasiert.) Ein direkter Vergleich mit den Zahlen 2023 ist nur eingeschränkt möglich. Dies liegt unter anderem an den neu vorgegebenen Emissionsfaktoren (BICO2-Tool), welche von der Bilanz 2023 abweichen. 

Die Anteile der Gesamtemissionen sind wie folgt aufgeteilt: 39% stationäre Verbrennung (Scope 1.1), 28% Mobilität (Arbeitswege - Scope 3.5, Dienstreisen - Scope 3.4, Fuhr­park - Scope 1.2), 17% Einkauf und Lieferketten (Scope 3.1), 10% Energiebezug (Scope 3.2), 5% Pro­zessemissionen (Scope 1.4). Zu den größten Emittenten zählen die stationäre Verbrennung (Gaskraftwerk), der Arbeitsweg sowie die bezogenen Waren und Dienstleistungen. 

THG-Emissionen der Uni­versi­tät Hohen­heim 2024 im marktbasierten Ansatz. Im ortsbasierten Ansatz wurden unter Berücksichtigung des realen deutschen Strommixes 7.293t CO2e Scope2-Emissionen mehr berechnet (bei insgesamt 27.627t CO2e).

Die Grundlage der Treibhausgasbilanz 2024 ist die im August 2025 veröffentlichte “Richtlinie zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen der Hoch­schulen in Baden-Württem­berg” Anhand dieser Richtlinie muss jedes Jahr ein Bericht zur Treibhausgasbilanz erstellt werden. Soweit verfügbar, wurden die Emissionsfaktoren dem ‘BICO2LandBW’-Tool des Umweltministeriums Baden-Württem­berg entnommen. Die Bilanzierung umfasst den Campus der Uni­versi­tät Hohen­heim sowie alle Stand­orte der Versuchs­station Agrar­wissen­schaften der Uni­versi­tät Hohen­heim. 

Treibhausgasbilanz fürs Jahr 2023 (publiziert 2025)

Die gesamten THG-Emissionen der Uni­versi­tät Hohen­heim für das Jahr 2023 belaufen sich auf circa 22.199 Tonnen CO2-Äquivalente (t CO2e) (Variante 1 mit Verrechnung des Ökostroms – marktbasiert.)

Minderung von 18,8% gegenüber 2019 ins­besondere aufgrund eines verringerten Wärmeverbrauchs.

THG-Emissionen der Uni­versi­tät Hohen­heim 2023 im marktbasierten Ansatz. Im ortsbasierten Ansatz wurden unter Berücksichtigung des realen deutschen Strommixes 6.508t CO2e Scope2-Emissionen mehr berechnet (bei insgesamt 29.528t CO2e).

Die Bilanzierung für das Jahr 2023 erfolgt gemäß des ersten Entwurfs der „Richtlinie zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen der Hoch­schulen in Baden-Württem­berg“ (Stand: Dezember 2024) in Anlehnung an den internationalen Bilanzierungsstandard „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG- Protokol). Dazu wurde das bestehende Bilanzierungstool der Uni­versi­tät Hohen­heim aktualisiert und die Emissionsfaktoren des Bilanzierungstools für Hoch­schulen und Uni­versi­täten des Landes Baden-Württem­berg (BICO2–LandBW) angewendet.

Treibhausgasbilanz fürs Jahr 2019 (publiziert 2023)

Herausforderung Klimaneutralität

Wir unterstützen das Ziel einer netto-treibhausgasneutralen Landesverwaltung bis 2030. Durch die Mitwirkung der Uni­versi­tät Hohen­heim in der landesweiten Arbeitsgruppe zur Treibhausgasbilanzierung an Landeshochschulen haben wir die Bemühungen des Wissen­schaftsministeriums unterstützt, einheitliche und praktikable Regelungen zu schaffen.

Unsere eigenen Bilanzen machen aber auch deutlich, dass trotz aller Fortschritte im Bereich der Emissionsreduktion, aufgrund der besonderen Anforderungen des landwirtschaftlichen Forsch­ungsbetriebs, etwa durch die Tier­haltung, bestimmte Emissionen (Pro­zessemissionen gemäß Scope 1.4 des GHG-Protokolls) nicht vollständig vermieden werden können. Als Uni­versi­tät mit einem agrarwissen­schaftlichen Schwerpunkt müssen wir daher der Tatsache ins Auge sehen, dass wir eine faktische Klimaneutralität nicht erreichen können - in beiden Bereichen bleibt daher nur die Kompensation, um eine rechnerische Klimaneutralität zu erreichen. Perspektivisch könnte diese auch durch innovative Ansätze wie die Anrechnung der potentiellen CO2-Fixierung durch bestimmte landwirtschaftliche Nutzungen wie Agroforst-Systeme ergänzt werden. Wir sind überzeugt, dass der gesamtgesellschaftliche Nutzen aus unserer Forsch­ung, der auch dazu beiträgt, Emissionen zu vermeiden und Ressourcen zu sparen, diese nicht vermeidbaren Emissionen rechtfertigt.

Ebenso stellen indirekte Emissionen (Scope 3), also indirekte Emissionen entlang vor- und nachgelagerter Wertschöpfungsketten (z. B. durch Dienstreisen und Pendel­verhalten), eine besondere Herausforderung dar. Unser Dilemma: Deren vollständige Vermeidung ist nur sehr schwer bzw. teilweise nicht möglich, da unter anderem eine starke Abhängigkeit von bestimmten Rahmenbedingungen besteht, auf die wir nur bedingt Einfluss ausüben. Beispielsweise wäre eine exzellente Anbindung mit dem ÖPNV an den Campus für die weitere Senkung von Emissionen im Pendelverhalten unabdingbar. Dazu kommt, dass aufgrund der digitalen Trans­formation trotz aller Bemühungen zu Effizienz die Energieverbräuche aller Voraussicht nach absolut steigen werden. Unser Fokus liegt daher auf der größtmöglichen Reduktion aller vermeidbaren Emissionen, der Förderung erneuerbarer Energien sowie dem Aufbau resilienter Infra­strukturen und Pro­zesse.