DE / EN

Den kWh auf der Spur

Als Energiemanager arbeitet Alexander Löser daran, die Energieeffizienz zu erhöhen und den CO2-Fußabdruck der Universität zu verkleinern. Hier berichtet er von seiner Arbeit und alltäglichen Herausforderungen.

Foto: Eine Person in einem roten Hoodie mit dem Logo der Universität Hohenheim steht auf einem Dach mit Solarpanelen. Im Hintergrund sind grüne Bäume sichtbar.

Alexander Löser

Energiemanager in der Abteilung Technik & Gebäude

 

Sie arbeiten seit Oktober 2025 als Energiemanager in der Abteilung Technik & Gebäude. Wie sieht der Arbeitsalltag als Energiemanager aus? Um welche Fragen und Aufgaben kümmern Sie sich in dieser Funktion? 

Wie man bereits von der Bezeichnung ableiten kann, beschäftige ich mich mit allem was das Thema Energie betrifft. Dazu gehört es, sich im ersten Schritt klar zu machen wo, welche und wie viel Energie verbraucht wird. In enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Technik & Gebäude versuchen wir dann gemeinsam Einsparpotentiale zu finden und Effizienzverbesserungen zu erwirken. Ein wichtiger Teil davon ist auch die Dokumentation, um Verbesserungen nachweisen zu können. Meine Aufgabe ist es, ein Energie­managementsystem, konform zu den Anforderungen der DIN EN ISO 50001, aufzubauen. 

Die Uni­versi­tät hat ihre aktuelle Treibhausgasbilanz gerade veröffentlich, zu deren Erstellung Sie also maßgeblich beigetragen haben. Wie lief der Erstellungsprozess ab? Welche Ergebnisse oder Zusammenhänge sollte man kennen, wenn man die Themen Energie­management und Klima­schutz an der Uni­versi­tät voranbringen möchte? 

Die Bilanz wurde anhand einer neuen Richtlinie für THG-Bilanzen speziell für Hoch­schulen in BW erstellt. Bei der konzeptionellen Erstellung der THG-Bilanz hat mir unser Kollege Valentin Specht sehr geholfen. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an die Datenlieferanten der Uni­versi­tät. 

Derzeit basiert die Wärmeversorgung am Campus der Uni­versi­tät noch überwiegend auf fossilen Energieträgern, wodurch sie weiterhin den größten Anteil der THG-Emissionen ausmacht. Im Energie­management liegt der Fokus darauf, große Energieverbraucher systematisch zu identifizieren, um durch gezielte Effizienzsteigerungen den Energiebedarf zu senken. Eine höhere Energieeffizienz führt dabei nicht nur zu geringeren Betriebskosten, sondern reduziert auch direkt die Treibhausgasemissionen. Dies verdeutlicht, wie eng Energie­management und Klima­schutz miteinander verzahnt sind.

In welchen Bereichen bestehen aus Ihrer Sicht die größten Handlungsbedarfe der Uni­versi­tät in Sachen Energie? 

Der größte Handlungsbedarf besteht am Campus Hohen­heim, sowohl im Bereich Strom als auch Wärme. Der Fokus liegt beim Thema Strom auf der Installation von Photovoltaikanlagen, da wir hier noch große ungenutzte Potentiale haben.

Im Bereich der Wärmeversorgung gibt es gerade viel Bewegung und neue Lösungsansätze werden diskutiert. Die fossile Versorgung soll so weit wie möglich ersetzt werden. Auch hier liegt der Fokus auf der Implementierung von Erneuerbaren Energien. 

Sie bauen aktuell ein Energie­managementsystem auf. Wozu braucht es das, was versprechen Sie sich davon, und womit hat man bei einem solchen Prozess zu kämpfen?

Mit dem Energie­managementsystem sollen im ersten Schritt Energieflüsse überwacht und kontrolliert werden. Das Ziel ist die Verbesserung der Energieeffizienz der Uni­versi­tät Hohen­heim. Ein kontinuierliche Verbesserungsprozess stellt sicher, dass Energieeffizienzmaßnahmen fortlaufend überprüft, angepasst und optimiert werden, um langfristig nach­haltige Ergebnisse zu erzielen. Ein solcher Aufbau braucht selbstverständlich Zeit, doch bereits jetzt wurden erste Meilensteine erreicht, wie beispielsweise die systematische Erfassung von Wärmemengen.

Welches sind aktuell die nächsten großen Arbeitspakete, die bei Ihnen auf dem Tisch liegen? 

Dies ist derzeit der systematische Aufbau des Energie­managementsystems, sowie die zugehörigen Projekte, welche wir in unserer Abteilung Technik & Gebäude behandeln. Dazu gehören beispielsweise die Wärmeübergabestationen und die Kältemaschinen. 

Ein weiteres spannendes Projekt ist die Aktualisierung des Energie- und Klima­schutzkonzeptes der Uni­versi­tät Hohen­heim, welches ich mit unter anderem der Unterstützung vom Green Office und Abteilung Fläche und Bau umsetzen werde. 

Wie können Studierende und Mitarbeitende dazu beitragen, um den Energieverbrauch der Uni zu reduzieren? 

Die Reduktion des Energieverbrauchs kann bereits durch kleine, einfache Schritte erreicht werden. Dazu gehört beispielsweise ein Blick auf die Heizungsventile – wie sind sie aktuell eingestellt? Lieber kurz stoßlüften als das Fenster dauerhaft gekippt lassen. Auch das Licht im Flur am Ende des Tages auszuschalten, trägt schon zur Energieeinsparung bei. Dabei bin ich auf Ihre Mithilfe angewiesen und danke Ihnen herzlich, dass Sie aufmerksam sind und aktiv dazu beitragen, am Campus Energie zu sparen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mai 2026

Steckbrief

Name: 
Alexander Löser

Rolle: 
Energiemanager in der Abteilung Technik & Gebäude

Ein Lieblingsort an der Universität: 
Der botanische Garten, weil ich dort gerne spazieren gehe und zur Ruhe kommen kann.

Mein Buchtipp:
Für mich war ‚Factfulness‘ von Hans Rosling ein prägendes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.