Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse, praktischer Anwendung und kritischer Reflexion leistet das Modul „Nature-Based Solutions – Case Study“ einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigkeitsorientierten Ausbildung an der Universität Hohenheim. Es qualifiziert Studierende verschiedener Fachrichtungen, aktiv an der Entwicklung und Umsetzung naturba-sierter Lösungen (Nature-Based Solutions, NBS) mitzuwirken – im Dienste einer zukunftsfähigen Landnutzung, dem Erhalt der Biodiversität und der resilienten Gestaltung von Lebensräumen.
Das Wahlpflichtmodul, das im Rahmen des transdisziplinären EU-Projekts „eNaBlS“ entwickelt wurde, richtet sich an Studierende, die sich vertieft mit nachhaltigen Lösungsansätzen für aktuelle Umwelt- und Gesellschaftsprobleme auseinandersetzen möchten. Es wird vom Kompetenzzentrum für Biodiversität und integrative Taxonomie und dem Fachgebiet Chemische Ökologie angeboten und kann in verschiedenen Studiengängen belegt werden, beispielsweise in agrarwissenschaftlichen Studiengängen oder im Rahmen des Biologiestudiums. Im Zentrum des Moduls stehen naturbasierte Lösungen – also Maßnahmen, die die Funktionsweise von Ökosystemen gezielt nutzen oder wiederherstellen, um gesellschaftliche Herausforderungen nachhaltig zu bewältigen. Dazu gehören beispielsweise Strategien zum Schutz und zur Wiederherstellung von Biodiversität, zur Anpassung an den Klimawandel oder zur Stärkung der Resilienz von Städten. Seit dem Sommersemester 2025 haben sich die Studierenden hauptsächlich mit Möglichkeiten von Permakultur aus sozialer, planerisch-gestalterischer und ökologischer Perspektive beschäftigt.
Mit ihrem klaren Bezug unter anderem zum Sustainable Development Goal „Leben an Land“ leisten NBS einen Beitrag zur langfristigen Sicherung ökologischer und gesellschaftlicher Lebensgrundlagen.
Die Studierenden bearbeiten hierfür reale Fragestellungen und Fallstudien: Sie analysieren konkrete Probleme, entwickeln darauf aufbauend naturbasierte Lösungsansätze und bewerten kritisch deren Wirksamkeit und Umsetzbarkeit. Dabei geht es insbesondere um Heraus-forderungen wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Degradation von Ökosyste-men sowie die Widerstandsfähigkeit ländlicher und urbaner Räume. Ziel ist es, das Potenzial naturbasierter Lösungen fundiert einschätzen zu können – fachlich, methodisch und im Hin-blick auf politische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Es wird ein stark praxisnaher und forschungsorientierter Ansatz verfolgt: In Vorlesungen, Seminaren und einer Exkursion werden wissenschaftliche Grundlagen zu Nature-based Solutions, Biodiversität und Ökosystemfunktionen mit Anwendungsbeispielen aus der Praxis verknüpft. Die Studierenden erwerben praktische Kompetenzen in der Durchführung von Fallstudien, einschließlich Datenerhebung, Problemerkennung und Lösungsdesign. Sie trainieren zudem Methoden der kritischen Bewertung und Validierung, unter Rückgriff auf wissen-schaftliche Evidenz, technische Machbarkeit sowie relevante politische und regulatorische Vorgaben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit: Die Teilnehmenden arbeiten in Teams, bringen unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammen und entwickeln gemeinsam Lösungen für reale Herausforderungen. „Nature-Based Solutions – Case Study“ wird in deutscher und englischer Sprache angeboten und richtet sich an Studierende mit grundlegenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen. Es umfasst ein Semester mit insgesamt 180 Arbeitsstunden, die Prüfungsleistung besteht aus einer 20-minütigen Präsentation, einem mündlichen Bericht und einem schriftlichen Bericht.
Stand 26.03.2026