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Im Zentrum der Hohenheimer Bioökonomie

Ob Forschung, Transfer oder Netzwerkarbeit – Evelyn Reinmuth und Philipp Scheurich bringen in der Geschäftsstelle Bioökonomie Menschen, Ideen und Projekte zusammen. Gemeinsam mit ihrem Team fördern sie den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und verbinden sie zu einem starken Netzwerk für die Transformation. 

Foto: Zwei Personen stehen in einem Labor vor Regalen mit verschiedenen Proben. Sie halten transparente Behälter mit unterschiedlichen Materialien in den Händen.

Dr. Evelyn Reinmuth und Philipp Scheurich

Die Leiterin der Geschäfts­stelle Bio­ökonomie Hohen­heim und der Projektmanager an der Geschäfts­stelle Bio­ökonomie Hohen­heim

 

Frau Reinmuth, Sie arbeiten einerseits als Wissen­schaftlerin im Fachgebiet Nachwachsende Roh­stoffe in der Bio­ökonomie und am Fachgebiet Pflanzliche Lebensmittel der Uni­versi­tät. Außerdem leiten Sie die Geschäfts­stelle Bio­ökonomie, in der Sie, Herr Scheurich, Mitarbeiter sind. Über die Geschäfts­stelle würden wir gerne mehr erfahren: Was machen Sie genau in dieser Funktion und wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? 

Reinmuth & Scheurich:  Die Geschäfts­stelle Bio­ökonomie hat sich zu einem vielseitigen Hub entwickelt, dessen Aufgaben aus interner und externer Nachfrage gewachsen sind. Unsere zentrale Aufgabe ist das Manage­ment der Aktivitäten der European Bio­economy University Alliance (EBU) für die Hohen­heimer Chief Bio­economy Officer, Prof. Dr. Iris Lewandowski. Dazu zählen EU-Policy Advice, die Koordination gemeinsamer EU-Projekte sowie Außenkommunikation und Transfer. Daürber hinaus organisieren wir Veran­staltungen, entwickeln Lehr- und Lernformate für das Lehrangebot der Fakul­täten A & N sowie internationale Summer Schools und stehen im stetigen Austausch mit regionalen wie internationalen Partnern aus Wissen­schaft, Wirtschaft und Gesell­schaft. Unterstütz wird unser Team durch den kreativen Input und die fleißige Arbeit von wissen­schaftlichen Hilfskräften aus allen drei Fakul­täten. Unser Arbeitsalltag ist somit extrem vielseitig und ohne ein solch komplementäres Team wäre das alles in dem oft hohen Tempo nicht möglich.

Die Bio­ökonomie ist eines der Leitthemen der Uni­versi­tät. Welche Rolle spielen Ansätze der Bio­ökonomie für die Nachhaltigkeitstransformation?

Reinmuth:Die Bio­ökonomie-Community treibt einen Trans­formationsprozess an, der eine seit Jahrhunderten etablierte Wirtschafts- und Lebensweise infrage stellt. Wer sich mit Change Manage­ment befasst hat, weiß, dass das Etablierte erst einmal mit allen Mitteln verteidigt wird. Was ich jedoch in den letzten fünf Jahren an der Geschäfts­stelle erleben durfte, ist, dass die Offenheit für Neues extrem gewachsen ist. Menschen suchen gemeinsam nach Lösungen und treiben Ideen voran. Nachhaltigkeit entsteht für mich, wenn die Ideen eigenständig von Macher:innen weitergetragen werden, ohne dass wir dies orchestrieren. Da passiert gerade sehr viel!

Scheurich: Für die Nachhaltigkeitstransformation ist die Bio­ökonomie für mich besonders relevant, da sie nicht nur neue Wege aufzeigt, wie wir wirtschaften und Ressourcen nutzen können, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu überlasten, sondern zugleich die Nachhaltigkeitsbemühungen unterschiedlichster Disziplinen vereint. So schafft sie ganzheitliche Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen und bietet zugleich einen wichtigen Rahmen für eine erfolgreiche Trans­formation hin zu einer nach­haltigeren Wirtschafts- und Lebensweise. ablablabla. Platzhalter Antwort blablablabla. Platzhalter Antwort blablablabla. Platzhalter Antwort blablablabla. Platzhalter Antwort blablablabla.

Wie wirken Sie mit der Geschäfts­stelle in die Gesell­schaft, also im Bereich Transfer? Gibt es Lieblingsbeispiele, die Sie in diesem Kontext gerne nennen?

Reinmuth & Scheurich: Transfer ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit, denn Bio­ökonomie gelingt nur durch enge Zusammenarbeit aller Akteure. Wir verstehen uns daher als Schnittstelle und Netzwerkplattform, die Akteure verbindet und den Austausch fördert. Ein anschauliches Beispiel sind unsere Ausstellungen beim Kongress BW und auf der Landesgartenschau, bei denen wir Forsch­ung aus über 100 Fachgebieten leicht verständlich und visuell zugänglich gemacht haben. Ergänzend begleiten wir politische Pro­zesse auf nationaler und EU-Ebene, etwa durch die Mitarbeit in der Plattform „Industrielle Bio­ökonomie“. Transfer ist bei uns inhaltlich getrieben und umfasst vielfältige Formate wie Datensätze, Trainings oder Schulungen für Akteure aus dem „Stuttgarter Innovationsökosystem Bio­ökonomie“, z. B. auch durch die Etablierung der Biotechskalierungsinfrastruktur C.A.T.A.L.I.S.T“.

Welche Innovationen aus dem Bereich der Biökonomie in Hohen­heim begeistern Sie ganz persönlich am meisten? 

Reinmuth:Hier ist eine kleine Auswahl! Ein Sustainability-by-Design-Ansatz fürs Upcycling in den Food Sciences. Ein Kreislaufkonzept für nachwachsende Roh­stoffe umgesetzt auf dem Unteren Lindenhof, eingebettet in ein nach­haltiges Energie- und Nährstoffsystem. Biobasierte Dünger, die in Praxisnetzwerken etabliert werden. Digitale Ansätze die mittels Crowd-Intelli­genz zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung beitragen und ein Projekt zur verbesserte Phosphoraufnahme aus Grundfutter mittels Züchtung bei Hühnern.

Scheurich: Und natürlich all die Innovationen die bisher wenig genutzten Nebenströmen aus der Land- und Ernährungswirtschaft ein zweites Leben ermöglichen. 

Frau Reinmuth, als Leitung der Geschäfts­stelle Bio­ökonomie Hohen­heim sind Sie auch Mitglied im Green Board, unserer Steuerungsstruktur im Bereich Nachhaltigkeit und haben an der Erstellung der Nachhaltigkeitsstrategie mitgewirkt. Welche Punkte sollten wir aus Ihrer Sicht an der Uni­versi­tät Hohen­heim in unseren fünf Handlungsfeldern Betrieb, Forsch­ung, Studium und Lehre, Kultur und Governance mit besonders viel Kraft angehen? 

Reinmuth: Tatsächlich liegt mir der Aspekt der verbesserten Zusammenarbeit innerhalb der Uni­versi­tät am Herzen. Ich fände es gut, wenn wir, wo sinnvoll, mehr Verfahrensbeschreibungen etablieren und auf der Webseite zugänglich machen. Außerdem sollten wir die Kommuni­kationswege verbessern und das sehr gut funktionierende Ticketsystem des KIMs auch in anderen Abteilungen etablieren. Es gibt viele kleine Dinge, die die Zusammenarbeit erleichtern und ganz viel Raum für Wissen­schaft, Lehre und neue Ideen schaffen könnten. 

Vielen Dank für das Gespräch!

Juni 2026

Steckbrief

Name: 
Dr. Evelyn Reinmuth 

Rolle: 
Leiterin der Geschäftsstelle Bioökonomie Hohenheim 

Ein Lieblingsort an der Universität: 
Die Felder entlang der Bahnlinie auf dem Heidfeldhof.

Mein Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:
Die alltäglichen Abläufe hinterfragen und Neues ausprobieren. Ich persönlich teste gerne die Produkte von Start-ups. Es sind für mich die oft unscheinbaren kleinen Dinge, die so viel Power für Veränderung haben.

Steckbrief

Name: 
Philipp Scheurich 

Rolle: 
Projektmanager an der Geschäftsstelle Bioökonomie Hohenheim

Ein Lieblingsort an der Universität: 
Die Staudenterrassen am Spielhaus im botanischen Garten. 

Mein Buchtipp:
Selbstverständlich die Neuauflage unseres Bioökonomielehrbuchs. Die perfekte Lektüre für alle die sich mit dem Thema Bioökonomie und der Rolle die biobasierte Ressourcen künftig spielen werden beschäftigen möchten – egal ob im Studium, Beruf oder für die persönliche Weiterbildung.