Studentische Stimme für Engagement
Julia Mittermeier setzt sich in Senat, StuPa, Green Board und AKN dafür ein, dass Nachhaltigkeit an der Universität Hohenheim nicht nur diskutiert, sondern gelebt wird.
Julia Mittermeier setzt sich in Senat, StuPa, Green Board und AKN dafür ein, dass Nachhaltigkeit an der Universität Hohenheim nicht nur diskutiert, sondern gelebt wird.
Ich studiere Ernährungswissenschaft und engagiere mich seit meinem zweiten Semester im AKN, dem Arbeitskreis Nachhaltigkeit. Über die Grüne Liste - den politischen Arm des AKN - bin ich seit dem dritten Semester auch in verschiedenen studentischen Gremien aktiv. Als Studierendenvertreterin im Senat bringe ich die studentische Perspektive in zentrale Entscheidungen ein und arbeite gleichzeitig im StuPa (Studierendenparlament) an hochschulpolitischen Positionen und Beschlüssen mit. Im Green Board war ich an der finalen Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie beteiligt, die wir dort verabschiedet und anschließend erfolgreich im Senat final bestätigt haben. Parallel dazu arbeite ich im AKN an Projekten wie der Ersti-Akademie, dem Christmas Charity Market und der Grünen Hütte, fülle die Fair-o-maten in den Bibliotheken auf und leite AKN-Meetings.
Nachhaltigkeit begegnet mir in allen Gremien, sei es bei strategischen Entscheidungen im Senat, bei Projekten im Green Board oder bei der Umsetzung konkreter Projekte im AKN. Sorgen macht mir manchmal die Langsamkeit institutioneller Prozesse. Mut macht mir, wie viele Menschen an der Uni bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich für Nachhaltigkeit und somit die Gesundheit unseres Planeten, einzusetzen. Am meisten Freude bereitet es mir, wenn aus Ideen sichtbare Veränderungen entstehen, die Studierende im Alltag wirklich wahrnehmen.
Schon als Schülersprecherin einer Umweltschule habe ich erlebt, wie viel man gemeinsam bewegen kann. An der Universität habe ich dieses Engagement bewusst im AKN fortgeführt, weil mir Nachhaltigkeit und studentische Mitbestimmung besonders am Herzen liegen. Über den AKN bin ich zur Grünen Liste gekommen, um studentische Perspektiven auf Nachhaltigkeit auch in den universitären Gremien sichtbar zu machen. Aktuell sehe ich die größten Herausforderungen in der Stärkung studentischer Beteiligung und der strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit – auch mit Bezug auf die Zukunftskonferenz im April 2026. Gleichzeitig erschweren Zeitdruck und finanzielle Belastungen vielen Studierenden ihr Engagement, da sie sich oft auf Studium und Erwerbsarbeit konzentrieren müssen. Deshalb braucht es bessere Rahmenbedingungen, damit Beteiligung im AKN, AStA, StuPa, Senat und anderen Gremien möglich bleibt.
Ich verstehe diese Wahrnehmung, aber sie greift zu kurz. Sitzungen können lang sein, doch genau dort werden Entscheidungen vorbereitet, die unseren Studienalltag und die nachhaltige Entwicklung der Uni prägen. Ich erkläre, dass Einfluss nicht entsteht, wenn man am Rand steht, sondern wenn man sich einbringt. Gerade in Senat und StuPa, wo über Strukturpläne, Berufungen, Finanzen und Projekte entschieden wird. Besonders frustrierend finde ich, wenn Studierende glauben, ihre Stimme würde nichts bewirken, obwohl gerade jetzt - mit der laufenden Transformation der Uni - nachhaltige Positionen dringend gebraucht werden. Jede studentische Stimme zählt, und Schweigen ist keine Option.
Es gibt bereits gute Ansätze, um studentisches Engagement sichtbarer zu machen, z.B. bezahlte Positionen, Urkunden oder formale Nachweise. Das ist wichtig und wertschätzend. Ein oft genannter Vorschlag ist die Honorierung durch ECTS, die motivieren kann, die ich aber auch kritisch sehe: Sie kann Engagement sichtbarer machen, aber auch dazu führen, dass Studierende sich nur wegen der Punkte in Gremien setzen, ohne sich wirklich einzubringen. Gleichzeitig wären ECTS an anderer Stelle sehr sinnvoll, z.B. für die Mitarbeit in Green Teams, wo viele gerne mitwirken würden, es zeitlich aber nicht schaffen, weil sie Module absolvieren müssen, für die sie ECTS erhalten. Dort könnten ECTS ein guter Ersatz für ein Wahlmodul sein und echtes Engagement ermöglichen.
Das Startup WasteSide dauerhaft auf dem Campus verankern, um nachhaltiges Essverhalten durch ein Belohnungssystem zu fördern. Mehr Gruppenräume schaffen, damit kollaboratives Lernen besser möglich wird. In Mensa und Cafeteria ausschließlich vegetarisch/ vegane, regionale, saisonale und wenn möglich fairtrade Angebote einführen, um Ernährung an der Universität nachhaltiger zu gestalten. Photovoltaik auf allen geeigneten Gebäuden installieren, um die Energieeffizienz der Uni langfristig zu erhöhen. In jedem Studiengang mindestens eine verpflichtende, klausurrelevante Nachhaltigkeits‑Lehrveranstaltung pro Modul einführen, damit alle Studierenden und Lehrenden sich mit diesem zentralen Zukunftsthema auseinandersetzen.
Mai 2026
Name:
Julia Mittermeier
Rolle:
Studierendenvertreterin im Senat, Mitglied des Green Board
Ein Lieblingsort an der Universität:
Der Seerosenteich im botanischen Garten
Mein Tipp für Nachhaltigkeit im Alltag:
Waschbare Schwämme, wiederverwendbares Backpapier und Foodsharing