Karin Bühler
Personalratsvorsitzende
Frau Bühler, Sie sind aktuell Vorsitzende des Personalrats an der Universität Hohenheim und dafür von Ihrer eigentlichen Anstellung bei der Serviceeinheit Hohenheimer Gewächshäuser freigestellt. Was sind Ihre Aufgaben als Personalratsvorsitzende und was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders Freude?
Als Vorsitzende bin ich das Sprachrohr des Personalrats: Ich vertrete unsere Positionen nach innen und außen, bereite alle Sitzungen vor und versuche, gemeinsam mit meinem Vorstand die Themen und Abläufe gut zu strukturieren, damit wir als Gremium effektiv und transparent arbeiten können. Besonders Freude macht mir dabei, dass ich im engen Austausch mit vielen Kolleginnen und Kollegen stehe und konkret dazu beitragen kann, ihre Anliegen hörbar zu machen und Lösungen auf den Weg zu bringen.
Der Personalrat spielt also als Arbeitnehmer: innen Vertretung an der Universität eine wichtige Rolle. Wo sehen Sie konkret Anknüpfungspunkte zum Thema Nachhaltigkeit in der Tätigkeit von Ihnen und Ihren Kolleg:innen?
Der Personalrat kann Nachhaltigkeit an mehreren Stellen aktiv aufgreifen. Nach dem Landespersonalvertretungsgesetz Baden‑Württemberg haben wir die Möglichkeit, gegenüber der Dienststellenleitung Maßnahmen anzuregen und zu beantragen, die dem Umweltschutz, dem Klimaschutz sowie einer sparsamen und effizienten Energienutzung in der Dienststelle dienen. Das heißt: Wir können z.B. Vorschläge zu energiesparenden Arbeitsprozessen, ressourcenschonender Büroausstattung oder klimafreundlicher Mobilität der Beschäftigten einbringen und ihre Umsetzung einfordern.
Können Sie uns ein konkretes Beispiel für soziale Nachhaltigkeit an der Universität nennen, bei dem der Personalrat eine Rolle spielt oder gespielt hat?
Das war für mich die Dienstvereinbarung zur mobilen Arbeiten. Sie schafft klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit mobiles Arbeiten nicht nur vereinzelt, sondern strukturiert möglich ist. So können Beschäftigte Wegezeiten einsparen, weil sie an bestimmten Tagen nicht mehr hin‑ und herfahren müssen. Das entlastet sie zeitlich, reduziert den Pendelverkehr und leistet einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Gleichzeitig verbessert mobiles Arbeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und kann dazu beitragen, Stress zu reduzieren – etwa, weil lange Anfahrtswege wegfallen und private Termine besser mit der Arbeit abgestimmt werden können.
Welche Aktivität oder Maßnahme, an der der Personalrat beteiligt ist oder beteiligt war, macht Ihnen Mut und war aus Ihrer Sicht ein Erfolg?
Mut gemacht hat mir besonders die Dienstvereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden an der Universität. Wir haben uns als Personalrat dafür eingesetzt, dass gute Ausbildungsleistungen auch eine faire Perspektive bieten. Durch die Vereinbarung haben Auszubildende nun grundsätzlich bessere Chancen, nach ihrer Ausbildung übernommen zu werden. In der praktischen Umsetzung gibt es noch Luft nach oben – hier begleiten wir den Prozess weiterhin konstruktiv, damit die vereinbarten Ziele Schritt für Schritt realisiert werden.
Welche Herausforderungen sehen Sie im Kontext sozialer Nachhaltigkeit für die Universität– und wie sollten wir sie anpacken?
Ein zentrales Thema ist aus meiner Sicht die Sicherung guter Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigtengruppen – von den Auszubildenden über die Verwaltung bis hin zu den wissenschaftlichen Beschäftigten. Dazu gehören verlässliche Beschäftigungsperspektiven statt Kettenbefristungen, eine auskömmliche Personalausstattung in den Bereichen mit hoher Arbeitsbelastung und faire Entwicklungsmöglichkeiten.
Was kann aus Ihrer Sicht jede: r Mitarbeitende dazu beitragen, damit eine Kultur der Nachhaltigkeit in unserer Universität gelebt wird?
Aus meiner Sicht beginnt Nachhaltigkeit bei jedem und jeder Einzelnen. Mitarbeitende können zum Beispiel im Arbeitsalltag Ressourcen bewusst nutzen: weniger ausdrucken, Geräte abschalten statt im Stand-by lassen, bei Beschaffungen auf langlebige und umweltfreundliche Produkte achten.
Vielen Dank für das Gespräch!
Juni 2026