Kathrin Schopenhauern
Referentin für Diversität
In welchem Bereich der Universität arbeiten Sie und was sind konkrete Beispiele für ihre Aufgaben?
Ich arbeite im Büro für Gleichstellung und Diversität. Als Referentin für Diversität bin ich sowohl für Studierende als auch für die Beschäftigten und Lehrenden der Universität ansprechbar. Ein konkretes Beispiel für meine Aufgaben ist das Thema Nachteilsausgleich: Studierende mit einer Behinderung oder einer Erkrankung wenden sich an mich, wenn sie im Studium oder für Prüfungen einen individuellen Ausgleich für ihre Einschränkung beantragen möchten. Das kann z.B. eine verlängerte Schreibzeit in der Prüfung sein. Hierbei berate ich die Studierenden.
Inwiefern hat Ihre Arbeit Berührungspunkte mit dem Thema Nachhaltigkeit?
Diversität - also Vielfalt – ist einerseits ein wichtiger Faktor für Stabilität und Gerechtigkeit. Durch gelebte und strukturelle Inklusion an der Universität wird soziale Ungleichheit bekämpft und der soziale Zusammenhalt gefördert. Ein Beispiel hierfür: wir bemühen uns darum, Studierende zu akquirieren, die als erste Person ihrer Familie ein Studium aufnehmen, so genannte First-Generation-Studierende. Damit wird die akademische Bildung in Bereiche der Gesellschaft getragen, in denen sie bislang nur am Rande vorkam. Die Ungleichheiten in der Teilhabe an akademischer Bildung können so verringert werden.
Auf der anderen Seite entstehen durch vielfältige Perspektiven Innovationen, was im Kosmos der Universität unverzichtbar ist. Wir haben zum Beispiel einen großen Anteil internationaler Wissenschaftler*innen, die mit ihrer Arbeit inhaltlich und kulturell einen Mehrwert für die Universität schaffen.
Welche Fragen oder aktuellen Herausforderungen sollten aus Ihrer Sicht in diesem Kontext prioritär an der Universität bearbeitet werden?
In unserer Gesellschaft im Allgemeinen und an der Universität im Speziellen ist Vielfalt „angekommen“. Die Herausforderung dabei ist aus meiner Sicht, alle Personengruppen zu sehen und mitzunehmen. Die Vielfalt der Perspektiven ist riesig – dabei spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Wir können als vielfältige Universität nur gewinnen, wenn wir mit allen Personen wertschätzend, offen und sachlich kommunizieren. Diskriminierung, auch und vor allem in den sozialen Medien (Hate Speech) nimmt stetig zu. Hier müssen wir aktiv gegensteuern und positive Gegenmaßnahmen ergreifen.
Wie kann jede:r Universitätsangehörige selbst zur vielfaltsgerechten Universität beizutragen?
Wie oben erwähnt, ist für mich die Kommunikation der Schlüssel für eine funktionierende vielfaltsgerechte Universität. Die Universität IST vielfältig und dies ist bewusst so gewollt. Durch einen offenen und sachlichen Umgang miteinander lernen wir voneinander und arbeiten miteinander, statt gegeneinander.
Vielen Dank für das Gespräch!
April 2026