Die Nachhaltige Organisation unter der Lupe
Lea Wolf setzt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin damit auseinander, wie nachhaltiges Verhalten von Mitarbeitenden in Organisationen gefördert werden kann.
Lea Wolf setzt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin damit auseinander, wie nachhaltiges Verhalten von Mitarbeitenden in Organisationen gefördert werden kann.
Im Rahmen meiner Promotion beschäftige ich mich mit Wechselwirkungen von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit im Unternehmenskontext mit dem Ziel zu untersuchen, wie nachhaltiges Verhalten von Mitarbeitenden in Organisationen gefördert werden kann. Ich promoviere kumulativ und schaue mir in insgesamt vier Beiträgen unterschiedliche Fragestellungen dazu an. Mein letzter Beitrag beispielsweise hat sich um das Wechselspiel von ökologisch nachhaltigem Verhalten am Arbeitsplatz und arbeitsbedingtem Stress gedreht. Mein erster Promotionsbeitrag, der nun schon etwas zurückliegt, beschäftigte sich mit den Effekten der Digitalisierung für soziale Nachhaltigkeit in Organisationen. Hinsichtlich der Hochschullehre biete ich dieses Semester ein Forschungspraktikum für Studierende an, um gemeinsam eine Fragestellung nach der Wechselbeziehung zwischen Organisationsmitgliedern und Nachhaltigkeit zu untersuchen.
In Anbetracht des Klimawandels und Artensterbens gibt es meiner Meinung nach kaum ein wichtigeres Thema, um das wir uns jetzt kümmern sollten, um auch unseren Kindern eine schöne Zukunft zu schaffen. Noch haben wir die Möglichkeit die Weichen richtig zu stellen. Leider neigen wir Menschen dazu Probleme, die nicht akut sind zu verzögern, was man gerade auch in der Nachhaltigkeitsdebatte stark beobachten kann. Ich arbeite nun zwar am Lehrstuhl für Soziologie habe aber auch einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund und wollte in meiner Promotion unbedingt die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsperspektive verbinden, da ich Organisationen und ihre Mitglieder als zentrale Akteure innerhalb der Nachhaltigkeitstransformation ansehe. Unser Lehrstuhl und die dort vorhandene Expertise passen hier thematisch sehr gut und erweitern das Ganze noch um die soziologische Sichtweise, was bei einem so gesamtgesellschaftlichen Thema sehr wertvoll ist.
Ich sehe das Thema in allen möglichen Bereichen an der Universität. Natürlich kenne ich das Green Office und meine Doktormutter Prof. Dr. Caroline Ruiner ist Prorektorin Digitale Transformation und Nachhaltigkeit. Auch habe ich bereits einige Abschlussarbeiten aus dem Bachelorstudiengang „Sustainability and Change“ betreut. Daher begleitet mich das Thema stets innerhalb meiner Tätigkeit. Das Thema begegnet mir aber auch immer wieder durch kleine Hinweise an z.B. den Lichtschaltern innerhalb der Universitätsgebäude oder in der Mensa, wo Verpackungen eingespart und vegane und vegetarische Gerichte angeboten werden. Grundsätzlich sehe ich bei der Universität Hohenheim bereits viele gute Entwicklungen, aber Verbesserungspotenziale gibt es sicherlich wie überall. Vielleicht ließe sich die Nachhaltigkeitsthemenexpertise aus Fakultät A, N und W noch besser bündeln, um einen umfassenderen Überblick über aktuelle Nachhaltigkeitsprojekte zu generieren und Interessierte besser zu vernetzen. Außerdem ist die Anbindung der Universität leider nicht optimal, weshalb immer noch viele Studierende und Beschäftigte mit dem Auto kommen.
Leider ist das Thema Nachhaltigkeit in nahezu allen Organisationen, in denen es nicht der primäre Fokus ist, stark betroffen von Zielkonflikten, einerseits soll es vorangetrieben und Kennzahlen werden teilweise erhoben, dann fehlt jedoch zum Beispiel das Budget oder kurzfristige unternehmerische Entscheidungen werden in den Vordergrund gerückt. Damit ist es oft ein Thema, dass bei den Organisationsmitgliedern „hinten runterfällt“. Ich denke es ist zentral die Menschen mitzunehmen und den Fokus auf das Thema zu lenken, ohne dabei zu stark zu belehren. Das ist sicherlich eine Kunst! Aber es ist wichtig, dass die Menschen im Dialog bleiben und sich nicht abgehängt fühlen. Auch erscheint es mir wichtig, die notwendigen Ressourcen und Informationen innerhalb der Organisation durch z.B. grüne Technologien bereitzustellen.
Generell habe ich den Eindruck, dass sich an der Universität Hohenheim einige Promovierende in Ihrer Promotion mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen – was vielleicht aber auch an meiner „Bubble“ liegen könnte. Ich spreche viel auch im privaten Umfeld über das Thema und habe dadurch das Gefühl andere dafür zu begeistern, auch in Ihrem eigenen Arbeitsumfeld. Ich gehe davon aus, dass das andere Promovierende auch tun. In meiner Funktion als Koordinatorin für Humboldt Reloaded kann ich das Thema außerdem an Studierende herantragen und mit Ihnen Fragestellungen in dem Bereich bearbeiten.
Mai 2026
Name:
Lea Wolf
Rolle:
Promovendin am Lehrstuhl für Soziologie, Koordinatorin der Fakultät W für das Forschungsprojekt Humboldt Reloaded
Ein Lieblingsort an der Universität:
Hohenheimer Schlosspark
Mein Tipp für gute Laune:
Musik laut aufdrehen und tanzen!