Barrieren abbauen!
Die Schwerbehindertenvertretung der Universität Hohenheim setzt sich für die Rechte und Bedürfnisse schwerbehinderter Beschäftigter ein – und zeigt, wie gelebte Inklusion ein zentraler Baustein sozialer Nachhaltigkeit wird.
Die Schwerbehindertenvertretung der Universität Hohenheim setzt sich für die Rechte und Bedürfnisse schwerbehinderter Beschäftigter ein – und zeigt, wie gelebte Inklusion ein zentraler Baustein sozialer Nachhaltigkeit wird.
Als Vertrauensperson bin ich erste Anlaufstelle für schwerbehinderte Kolleg:innen – mit offenem Ohr, klarer Haltung und Verschwiegenheit. Ich achte darauf, dass ihre Rechte gewahrt und Nachteilsausgleiche tatsächlich umgesetzt werden. Dazu gehört, an Einstellungen, Umsetzungen und Arbeitsplatzgestaltungen mitzuwirken. Ich suche gemeinsam mit Betroffenen und Vorgesetzten nach pragmatischen, tragfähigen Lösungen. Wichtig ist mir, dass niemand seine Behinderung „verstecken“ muss, sondern Unterstützung selbstverständlich wird. Im Personalrat bringe ich diese Perspektive konsequent in alle Entscheidungen ein. So versuche ich, aus einzelnen Fällen strukturelle Verbesserungen für alle zu machen.
Soziale Nachhaltigkeit heißt für mich: Menschen sollen langfristig gesund, selbstbestimmt und respektiert arbeiten können.
Wenn wir Arbeitsplätze barrierefrei gestalten, schaffen wir Rahmenbedingungen, die Belastungen reduzieren und Teilhabe sichern. Meine Arbeit zielt darauf, dass Behinderung nicht zum Karrierehindernis wird. Strukturell bedeutet das: Verfahren, Gremien und Führungskräfte müssen Inklusion aktiv mitdenken. Jede gelungene Anpassung – von der Technik bis zur Arbeitszeit – stärkt die ganze Organisation. So wird aus Einzelinteressen ein Baustein einer nachhaltigen Universitätskultur.
Mut macht mir, wenn Beschäftigte frühzeitig auf mich zukommen und wir gemeinsam gute Lösungen finden. Ein Beispiel sind gelungene Wiedereingliederungen nach längerer Erkrankung, bei denen Team und Leitung wirklich mitziehen. Auch bauliche Verbesserungen wie zusätzliche Aufzüge oder automatische Türen zeigen, dass Barrierefreiheit ernst genommen wird. Positiv erlebe ich Fortbildungen, in denen Führungskräfte offen über Unsicherheiten im Umgang mit Behinderung sprechen. Besonders ermutigend ist, wenn Betroffene später sagen: „Ich konnte bleiben, weil ich Unterstützung bekommen habe.“
Ich wünsche mir eine systematische, campusweite Barrierefreiheitsplanung statt Einzellösungen. Digitale Barrierefreiheit sollte verbindlicher Standard werden, nicht freiwillige Zugabe. Führungskräfte brauchen klare Leitlinien und Schulungen zu Inklusion.
Und: mehr Offenheit, damit Betroffene Unterstützung frühzeitig in Anspruch nehmen können.
Zuhören, bevor man urteilt, und Hilfe anbieten, ohne zu bevormunden. Barrieren ansprechen und melden, auch wenn man selbst nicht betroffen ist. In Meetings auf verständliche Sprache und zugängliche Materialien achten. Und im Alltag bewusst darauf achten, niemanden „mitzudenken“, sondern einzubeziehen.
Mai 2026
Name:
Matthias Bader
Rolle:
Schwerbehinderten-vertretung, Mitglied des Personalrats
Ein Lieblingsort an der Universität:
Der exotische Teil vom Hohenheimer Park
Mein Buchtipp:
keine bestimmten Titel eher Autoren: J.R.R Tolkin, Stephen Hawkin und viele mehr