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Rat und Tat fürs Rad parat

Sven Marhan hat den Hohenheimer Radskeller mit aufgebaut und wechselt regelmäßig vom Schreibtisch zum Werkzeugkasten. Im Gespräch erzählt er mehr über diese wichtige „Institution“ auf dem Campus.  

Foto: Eine Person in einem blauen Hoodie mit der Aufschrift 'Universität Hohenheim 1818' steht in einer Werkstatt. An der Wand hängen verschiedene Werkzeuge. Im Hintergrund sind Fahrradteile und Regale sichtbar.

Dr. Sven Marhan

Aka­dem­ischer Oberrat im Fachgebiet Boden­biologie und ehrenamtlich Aktiver im Hohen­heimer Radskeller 

 

Sie sind im Radskeller der Uni­versi­tät Hohen­heim aktiv. Was ist der Radskeller und wie kam es dazu, dass es ihn hier auf dem Campus gibt? 

Zusammen mit anderen Fahrradaffinen habe ich Ende 2010 den Hohen­heimer Radskeller initiiert. Damals noch im Treppenhaus des AStA Gebäudes, dann zwischenzeitlich im ehemaligen Kiosk (das dem Audimax weichen musste) und derzeit im Ottilie-Zeller-Weg 8. Der Hohen­heimer Radskeller ist eine studentische Radwerkstatt, die sich zum Ziel gesetzt hat Studierenden und Mitarbeitern der Uni Hohen­heim und der Bevölkerung aus den umliegenden Ortschaften die Möglichkeit zu geben ihr Fahrrad unter Anleitung entweder selbst zu reparieren oder gegen ein Spende reparieren zu lassen. Hierbei werden, wenn möglich gute gebrauchte Teile verwendet und so das Recycling von Material gefördert. Der Radskeller bietet auch günstig Leihräder (Die HohRent-Räder) an, die sich vor allem bei Gaststudierenden großer Beliebtheit erfreuen. Ich organisiere ehrenamtlich im Radskeller Teilebestellungen, gebe Workshops rund um die Fahrradinstandhaltung und schraube natürlich immer noch gerne im Radskeller mit.

Was bedeutet es denn konkret, aktiv im Radskeller mitzumachen – können Sie uns erzählen, wie Sie und die anderen Aktiven dort arbeiten? Was bewegt Sie persönlich dazu, sich hier zu engagieren? Und gibt es auch Punkte, an denen Sie sich mehr oder eine andere Unterstützung für den Radskeller wünschen würden?

Wir helfen bei der Reparatur der Fahrräder, geben Anleitungen zum Selberschrauben oder reparieren auch Räder, die bei uns gelassen wurden, wenn es was Komplizierteres ist. Wichtig ist uns immer, dass wir auf sicherheitsrelevante Mängel der Räder hinweisen. Da haben wir schon einiges gesehen mit dem wir nicht mehr fahren würden. Und natürlich der Recycling-Gedanke, dass man alte, faktisch wertlose Räder nicht wegwirft, sondern wieder fit und nutzbar macht. Unterstützung können wir immer gebrauchen, entweder durch weitere SchrauberInnen, durch gespendete Fahrräderräder oder Teile und aktuell könnten wir Abstellmöglichkeiten (Schuppen, Garage o.Ä. ) gebrauchen um die Räder vor Wind und Wetter zu schützen. 

Wie geht man ganz konkret als Student:in oder Mitarbeitende:r vor, wenn man mal etwas am eigenen Rad reparieren (lassen) will, dringend ein Leihrad braucht oder einfach so im Radskeller reinschnuppern möchte?

Einfach zu den Öffnungszeiten vorbeikommen und mit uns sprechen, am besten das Fahrrad gleich mitbringen. Alternativ geht auch der Kontakt per E-Mail, aber persönlich lässt sich vieles viel einfacher klären, also gerne vorbeikommen. 

Die Uni­versi­tät Hohen­heim wurde schon mehrfach als fahrradfreundliche Arbeitgeberin ausgezeichnet. Das Angebot des Radskellers ist hier ein wichtiges „Puzzleteil“. Was trägt hier auf dem Campus noch zur Fahrradfreundlichkeit bei und welche positiven Veränderungen konnten Sie in den vergangenen Jahren diesbezüglich feststellen?

Da ich ja schon eine Weile an der Uni Hohen­heim bin, habe ich eine deutliche Zunahme an Radfahrern über die letzten Jahre festgestellt, sowohl bei den Studierenden als auch bei den Mitarbeitern.

Die Uni­versi­tät Hohen­heim wurde schon mehrfach als fahrradfreundliche Arbeitgeberin ausgezeichnet. Das Angebot des Radskellers ist hier ein wichtiges „Puzzleteil“. Wo sind die größten Knackpunkte beim Thema Fahrrad in Hohen­heim?  

Mehr und bessere, sprich überdachte Radständer sollten vorhanden sein und auch dort, wo diese gebraucht werden (vor den Hörsaalgebäuden). Es braucht dringend bessere Regelungen (Zebrastreifen, bzw. markierte Flächen) für die Querungen der Straßen an der Kurve in der Garbenstraße, aber auch in der Emil-Wolff-Str. (an Euroforum und Mensa). Weiterhin wären Radspuren in der Garben- und Fruhwirthstraße sehr hilfreich. 

Wenn Sie sofort drei (weitere) Nachhaltigkeitsprojekte für Radler:innen auf dem Campus einfach und ohne Widerstände umsetzen könnten, welche wären das? 

Ein Angebot zur unkomplizierten Ausleihe von Lastenrädern für Studierende, aber auch für Mitarbeiter wäre super. Und natürlich mehr Platz um Fahrräder einzulagern, und einen präsenteren Platz für den Radskeller an sich (und vor allem einen rechtzeitigen Ersatz, wenn unsere derzeitig genutzten Räumlichkeiten abgerissen werden).

Vielen Dank für das Gespräch!

Steckbrief

Name: 
Dr. Sven Marhan

Rolle: 
Akademischer Oberrat im Fachgebiet Bodenbiologie und ehrenamtlich Aktiver im Hohenheimer Radskeller 

Ein Lieblingsort an der Universität: 
Natürlich der Radskeller

Mein Tipp für gute Laune:
Bei Sonnenaufgang zur Uni radeln – und natürlich im Radskeller an Fahrrädern schrauben