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Strukturen und Prozesse gestalten

Als Kanzlerin der Universität hat Dr. Katrin Scheffer mit vielfältigen Themen im Bereich Betrieb und Infrastruktur zu tun, einem zentralen Handlungsfeld der nachhaltigen Universität. 

Foto: Eine Person in einem blauen Hoodie mit dem Logo der Universität Hohenheim steht vor einer Reihe von Solarpanelen. Im Hintergrund sind Bäume sichtbar.

Dr. Katrin Scheffer

Kanzlerin der Uni­versi­tät Hohen­heim

 

Als Kanzlerin der Uni­versi­tät Hohen­heim sind sie Teil der Universitäts­leitung und für viele Bereiche der Uni­versi­tätsverwaltung zuständig. Wie erklären Sie Ihren Job gerne anderen, beispielsweise unseren Studierenden? 

Als Kanzlerin sind mir die Abteilungen der Verwaltung zugeordnet, die sich um Personal, Finanzen, Flächen sowie Gebäude und deren Betrieb kümmern. Im Grunde muss ich mit meinem Team gemeinsam dafür sorgen, dass „der Laden läuft“ und die Wissen­schaft gute Rahmenbedingungen zum Arbeiten vorfindet. Das Aufgabenfeld ist sehr breit – in Berufungsgesprächen verhandle ich mit neuen Professor:innen über die Ausstattung eines Fachgebiets, bei Baubesprechungen mit dem Finanz- und Wissen­schaftsministerium vertrete ich die Interessen der Uni­versi­tät oder stimme mich mit den verschiedenen Bereichen der Uni­versi­tät ab, welchen administrativen Prozess wir als nächstes digitalisieren. Und ich kommuniziere den ganzen Tag.

Wie und in welchen Zusammenhängen begegnet Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag das Thema Nachhaltigkeit? Und welche Möglichkeiten sehen und nutzen Sie in Ihrer Funktion als Kanzlerin, um die Nachhaltige Uni­versi­tät voranzubringen?

Nachhaltigkeit prägt in ihren verschiedenen Facetten unser Profil und begegnet mir an sehr vielen Stellen. Auch in unserem Betrieb ist es unser Anspruch, möglichst nachhaltig zu sein und zu agieren. Besonders positiv bewerte ich die Möglichkeiten, bei denen es gelingt, unsere Forsch­ungsinteressen mit der Weiter­ent­wicklung unseres Betriebs zu verbinden wie bei der Agri-Photovoltaik-Anlage am Ihinger Hof, die wir selbst gebaut haben. 

Außerdem treibe ich Projekte voran, die eine flexiblere und effizientere Flächennutzung ermöglichen. Wenn unsere Gebäude und Räume zeitgemäß und für eine flexible Nutzung ausgestattet sind, trägt das in mehrfacher Hinsicht zur Nachhaltigkeit bei: Der Raum ist gut ausgelastet und es entsteht weniger Leerstand, was es uns ermöglicht, insgesamt weniger Flächen betreiben zu müssen. Wenn die Raumausstattung gut auf die darin erfolgenden Arbeiten ausgerichtet ist, ist die Zufriedenheit der nutzenden Beschäftigten und Studierenden höher. 

Viele weitere Themen im Bereich Arbeitsschutz, Abfallmanagement, Mobilität, Beschaffung oder Digital­isierung könnte ich nennen.   

Ein wichtiger Bereich mit Blick auf Emissionen und Klima­anpassung ist das Thema Gebäude und Bauen. Wo stehen wir da als Uni – und wo liegen unsere größten Herausforderungen?

Die Wärmeversorgung durch das uni-eigene Heizkraftwerk und das effiziente Blockheizkraftwerk bleibt mit 8.728 t CO2-Äquivalenten der größte Einzelfaktor (39 %) in der Treibhausgas-Bilanz. Dank erfolgreicher Energiesparmaßnahmen sank der Wert im Vergleich zu 2019 um 29 %. Weitere Reduktionen erfordern aber umfangreiche bauliche Maßnahmen sowohl in unsere Versorgungs­infrastruktur als auch in die Gebäude. Die Uni­versi­tät baut dabei in der Regel nicht selbst, sondern der Landesbetrieb Vermögen und Bau ist fürs Bauen zuständig. Hier ist eine gute und enge Abstimmung erforderlich, um für die großen Maßnahmen die entsprechenden Mittel über den Landeshaushalt zu erhalten und die einzelnen Projekte im Sinne der Uni­versi­tät voranzutreiben. 

Es gibt beispielsweise eine Machbarkeitsstudie zur Wärmeversorgung und über das Sondervermögen des Bundes werden erste Maßnahmen im Bereich der Wärmeversorgung auch relativ zeitnah realisiert. Auch der weitere Bauabschnitt des neuen großen Forsch­ungsgewächshauses wird ein toller Fortschritt nicht nur für die Forsch­ungsbedingungen sein, sondern es wird auch energieeffizienter sein als die vielen alten Gewächs­häuser. 

Einige wirklich positive Entwicklungen sind also auf dem Weg. Es wird aber noch gewaltiger finanzieller und personeller Ressourcen bedürfen, um dem Sanierungsmangel zu begegnen und um eine flexibel und damit nachhaltig nutzbare Infra­struktur zum Beispiel bei den Laboren zu errichten. 

Welches Erfolgserlebnis in Bezug auf mehr Nachhaltigkeit an der Uni macht Ihnen Mut? 

Ich bin begeistert, dass wir es mit vereinten Kräften geschafft haben, eine Agri-Photovoltaik-Anlage am Ihinger Hof zu bauen, die für viele verschiedene Forsch­ungsfragen eine tolle Infra­struktur darstellt und gleichzeitig Strom produzieren kann. 

Diesen positiven und zukunftsgerichteten Spirit erlebe ich auch in den Green Teams, die viele weitere gute große und kleine Ideen und Umsetzungsvorschläge in ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern erarbeiten. So kommen wir Schritt für Schritt voran. 

Danke an alle, die sich hier für die Hohen­heim Gemeinschaft und mehr Nachhaltigkeit engagieren! 

Vielen Dank für das Gespräch! 

April 2026

Steckbrief

Name: 
Dr. Katrin Scheffer 

Rolle: 
Kanzlerin der Universität Hohenheim

Ein Lieblingsort an der Universität: 
Auf dem Campus gibt es viele Orte, die ich mag! Ein Lieblingsort ist das Audimax mit Tageslicht, heller Holzverkleidung, zeitgemäßer Technik und guter Akustik. Schön ist auch, wenn die Sonne so in mein Büro scheint, dass die Prismen des Kronleuchters kleine Regenbögen an die Wand zaubern. Ein toller Arbeitsplatz mit Ausblick!  

Mein Tipp für gute Laune:  
Ein Spaziergang durch die Hohenheimer Gärten. In diesem Biodiversitäts-Hotspot gibt es immer etwas, woran ich mich erfreuen kann. Die Mitarbeiter:innen-Gespräche (MAG – Miteinander – aktiv – gestalten) führe ich auch gern beim Walk&Talk in den Gärten.